Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg)

Ein Kurort im Schatten des "Flins"

     Von der Heufuderbaude (Stóg Izerski, 1107 m) sieht Świeradów Zdrój wie ein Halbmond aus, der sich an eine Biegung des Queis (Kwisa) schmiegt - des Flusses, der das Isergebirge zusammen mit dem Kleinen Zacken (Mała Kamienna) durchschneidet und in den nördlichen Hohen Iserkamm (Grzbiet Wysoki) und den südlichen Kemnitzkamm (Grzbiet Kamienicki) teilt. In den Bächen, die in den Queis münden, lebte noch Anfang des 20. Jahrhunderts die Flussperlmuschel, die die Perlentaucher vollständig ausgerottet haben. Erfährt man zudem noch, dass im Wasser des Queis bereits im Frühmittelalter Gold gesucht und auch gefunden wurde, wird klar, dass es nicht irgendein Gebirgsfluss ist, der das durch Świeradów Zdrój fließt - sondern eine "Waldgötting" mit einer außergewöhnlicher Vergangenheit. Doch nicht dieser Geschichten wegen ist Świeradów Zdrój heute berühmt. Es wäre nämlich kein "Zdrój" (Heilbad), gäbe es da nicht die Quellen mit den in Polen seltenen radonhaltigen Mineralwassern.
    Erstmals wurden sie 1572 erwähnt. Damals war Flinsberg eine Siedlung für Waldarbeiter, die auf den Gütern der Familie Schaffgotsch arbeiteten. Schwer zu glauben, dass sie nichts von den besonderen Quellen am Queis wussten - zumal in der Chronik der evangelischen Gemeinde Friedeberg (Mirsk) aus dem 18. Jahrhundert eine Legende über die Anfänge von Flinsberg niedergelegt ist: Sie sollen auf den Stamm der Milzener und Besunzanen zurückgehen, die hier, "an einer Wunderquelle" ein Kultzentrum mit einem goldenen Löwen gehabt haben sollen.
    Dann kam das 18. Jahrhundert - und mit ihm eine Medizinerkommission, die die chemische Zusammensetzung der am Queis entspringenden Quellen untersuchte. Sie erkannte deren Heilwirkung an und gab so den Anstoß zur Entwicklung des Kurorts, in dem vor allem Rheuma, Krankheiten des Bewegungsapparates, des Kreislaufs, Frauen- und Nervenkrankheiten behandelt werden. 1899 entstand für die nach Flinsberg strömende Klientel ein Kurhaus mit der größten Wandelhalle in den Sudeten, um das Mitte des 19. Jahrhunderts ein Park angelegt wurde.
    Świeradów-Zdrój wirkt nie überfüllt. Seine Kurgäste wandern nicht nur durch sein Zentrum, sondern auch durch das an der tschechischen Grenze gelegene Czerniawa Zdrój, (Bad Schwarzbach) durch Górecznie, Kamieniec oder Górna mit ihren typischen Holzhäusern im Sudetenstil. Vielleicht ist unter ihnen auch der ein oder andere, dem der Gedanke an den "Flins" keine Ruhe lässt - jenen von den heidnischen Slawen der Lausitz angebeteten goldenen Götzen, der angeblich irgendwo im Hohen Iserkamm (Wysoki Grzbiet) versteckt ist. Schließlich wandern sie durch das ehemalige Bad Flinsberg.
 
Sandra Nejranowska
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