Stara Kamienica

Alt wie seine Burgen und Hexensagen

     1242 schenkte Herzog Bolesław II. Dem Ritter Siboto Scoff Land und eine Burg in Stara Kamienica (Alt-Kemnitz). Seine Glanzzeit hatte das Bauwerk in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als die Familie Schaffgotsch - deren Urahn wohl Siboto Scoff gewesen war - es zu einer Renaissance-Residenz umbaute. 1758 brannte die Burg nieder und wurde nie wieder aufgebaut. Sie steht heute in der Mitte des Dorfes, unweit der spätgotischen Kirche Zur Enthauptung von St. Johann-Bapstist (Kościół Ścięcia św. Jana Chrzciciela), und erinnert daran, dass Alt-Kemnitz tatsächlich alt ist. Man sagt, die Wurzeln der Ortschaft gingen ins 12. Jahrhundert zurück, vielleicht sogar ins 10.
     Burgruinen gibt es auch östlich von Rybnica (Reibnitz), der Muttergemeinde von Stara Kamienica. Westlich von Stara Kamienica, in den Dörfern Mała und Nowa Kamienica (Klein- und Neukemnitz) sind keine Burgen zu sehen. In Mała Kamienica, wo Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Kobaltabbau begonnen wurde, gibt es einige Fachwerk- und Blockhäuser - ähnlich wie in Antoniów (Antoniwald), Chromiec (Ludwigsdorf) oder Kromnów (Krommenau) mit seiner hölzernen St.-Georgs-Kirche (Kościół św. Jerzego) aus dem 16. Jahrhundert. In Nowa Kamienica kann man den Steinbruch Biały Kamień ("Weißer Stein") besichtigen. Spuren der Industrie in der Gemeinde sind auch die Schlackenberge in Chromiec - Überbleibsel der Glashütte, die vom 14. bis ins 18. Jahrhundert in dem Dorf betrieben wurde.
     Wer an Schlackenbergen keinen Gefallen findet, sollte sich nach Kopaniec (Seifershau) aufmachen, zum besterhaltenen alten Gebäudekomplex in der Region. In diesem Dorf kann man auch ein Volkstheater (Teatr Ludowy) oder die lokale Galerie besuchen, oder für einen Moment an der St.-Antoni-Kirche (Kościół św. Antoniego) zur Ruhe kommen. An den Außenwänden des Gotteshauses sind reich verzierte barocke Grabplatten zu sehen.
     Im oberen Teil von Kopaniec befinden sich Steinwälle, die Stellenweise eine Dicke von 5-6 m erreichen. Ihr Ursprung ist ungeklärt. Im Winter versinken sie m Schnee, im Sommer sonnen sich Eidechsen auf ihnen. Die Wälder oberhalb von Kopaniec stecken voller Geheimnisse und dunkler Mächte. So soll der 647 m hoch gelegene Weiberpass (Babia Przełęcz) einst eine Kultstätte gewesen sein; in der Nähe, vielleicht beim Sowy Kamień (Eulenstein) befand sich ein heidnischer Tempel. Der sich über dem Pass erhebende Berg Ciemniak (699 m) wurde gern von Hexen und Kräutersammlerinnen besucht, die auf ihm die Zutaten für ihre Mixturen suchten. Besser, man hält sich nach Einbruch der Dunkelheit woanders auf, denn wer weiß - womöglich geistern sie noch immer dort herum.
 
Sandra Nejranowska
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