Piechowice

Von seinen Dörfern aus gesehen

     Auf der Fahrt aus Szklarska Poręba (Schreiberhau) lasse ich bei den "Drei Ahornen" (Trzy Jawory) den Weg unter den Bergwäldern (Droga pod Reglami) rechts liegen und fahre geradeaus nach Michałowice. Eine feuchte Wiese am Bach Rudnik zeigt mir an, dass ich schon vor Ort bin. Als ich die Bushaltestelle erreiche, bewundere ich den zauberhaften Blick aufs Riesengebirge. Michałowice, neben Górzyńca, Piastowa und Pakoszowa eine der Siedlungen von Piechowice, ist für diese Aussicht bekannt - aber es hat noch mehr zu bieten.
     In dem malerischen Ort mit seinen hübschen Villen und Pensionen haben das Teatr Nasz und das Teatr Cinema ihren Sitz. Auch der Maler Paweł Trybalski machte in dem Dorf Station. Man kann durchaus sagen, dass das im 18. Jahrhundert entstandene Michałowice - der Legende nach von drei böhmischen Glaubensflüchtlingen namens Michael gegründet - heute neu erschaffen wird, von Künstlern und Freunden der Kunst.
     Als ich über den asphaltierte Weg hinunter nach Piechowice (Petersdorf) jage, fahre ich durch einen in den Fels geschlagenen Tunnel aus der Vorkriegszeit. Ich denke an die Stollen im "Stillen Tal" (Cicha Dolina) unweit des Weges von Piechowice nach Sobieszów (Hermsdorf und Kynast). Angeblich wurden in ihnen die Geldreserven des Dritten Reiches versteckt. Das Tal des "Stillen Baches" (Cichy Potok) birgt auch Spuren einer Glashütte, die Ende des 13. Jahrhunderts entstand. Vermutlich lebten ihre Arbeiter in jener erstmals 1305 erwähnten Siedlung, die den Anfang des heutigen Piechowice darstellte.
     Die Stadt Piechowice selbst ist zwar gepflegt und kann hier und dort auch mit hübschen Wohnhäusern aufwarten, die Patina angelegt haben, hat aber einen eher industriellen als touristischen Charakter. Ich mache mich also auf nach Westen, in das 1705 als Kolonie von Piechowice entstandene Górzyniec. Die Siedlung erstreckt sich an den Hängen des Kemnitzkamms (Grzbiet Kamienicki), im Tal des Kleinen Zackens (Mała Kamienna). Still und hübsch ist es hier, und nicht weit bis zu den Boberfelsen (Bobrowe Skały), von denen aus sich eine Aussicht auf das Riesengebirge und den Hirschberger Kessel (Kotlina Jeleniogórska) erstreckt. Vielleicht fahre ich von hier zum Naturschutzgebiet "Krokusse in Hartenberg" (Krokusy w Górzyńcu), vielleicht kehre ich auch um und biege auf der Fahrt durch das Tal des Zackens (Kamienna) links zum Kochelfall (Wodospad Szklarki) ab, der ebenfalls auf dem Gebiet von Piechowice liegt.
 
Sandra Nejranowska
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