Mirsk (Friedeberg)

Hexen und wie sie die Welt sahen

     Zur Stadt Mirsk (Friedeberg) führen keine Routen des Radfahrerverbands. Allerdings führen sie durch den zur Gemeinde Mirsk gehörenden Westen des Kemnitzkamms (Kamienicki Grzbiet). Aber Vorsicht! Es ist wohl kein Zufall, dass Johann Christoph Schwedler, ein Pastor, der 1672 in dem nördlich von Bad Flinsberg (Świeradów Zdrój) gelegenen Krobica (Krobsdorf) geboren wurde, an die 400 Kirchenlieder schrieb - in denen er u. a. vor den Hexen warnte, die durch den Kamienicki Grzbiet wanderten, und sogar vor dem Teufel selbst, der 1613 im Dorf erschienen sein soll.
     Von Krobica aus jage ich mit dem Rad auf den "Geiersberg" (Sępia Góra, 828 m), den einst die Kurgäste aus Bad Flinsberg scharenweise erkletterten. Wer weiß, ob sich nicht auch ein paar Bergwerksarbeiter aus dem nahen Regensberg (Kotlina) hierher verirrten, als sie im Wald Kräuter suchten? Denn einst gab es in dem Dorf Bergbau. Die seit Anfang des 16. Jahrhunderts in Gierczyna ausgebeuteten Zinnlagerstätten waren gegen Ende des Jahrhunderts allmählich erschöpft, und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden der Abbau in die Nähe des nahe bei Regensberg gelegenen Krobsdorf (Krobica) verlagert, außerdem nach Querbach (Przecznica) bei Giehren (Gierczyn), wo auch eine Kobaltlagerstätte ausgebeutet wurde.
     Przecznica war lange Zeit auch ein Zentrum der Hexen. Eine von ihnen wurde sogar 1598 in Friedeberg (Mirsk) verbrannt, was aber nicht viel brachte: Einige Wochen später sahen die Leute sie schon wieder im Wald. Es scheint, als seien aus Przecznica (Querbach), Krobica (Krobsdorf), Kotlina (Regensberg), Gierczyn (Giehren), Proszowa (Gräflich Kunzendorf) und Kwieciszowice (Blumendorf) zwar die Menschen ausgezogen, die Hexen aber geblieben. All diese Dörfer scheinen in Raum und Zeit zu verschwinden, sich im unsichtbaren Äther zu verflüchtigen.
     Przecznica war lange Zeit auch ein Zentrum der Hexen. Eine von ihnen wurde sogar 1598 in Friedeberg (Mirsk) verbrannt, was aber nicht viel brachte: Einige Wochen später sahen die Leute sie schon wieder im Wald. Es scheint, als seien aus Przecznica (Querbach), Krobica (Krobsdorf), Kotlina (Regensberg), Gierczyn (Giehren), Proszowa (Gräflich Kunzendorf) und Kwieciszowice (Blumendorf) zwar die Menschen ausgezogen, die Hexen aber geblieben. All diese Dörfer scheinen in Raum und Zeit zu verschwinden, sich im unsichtbaren Äther zu verflüchtigen.
     Zwischen dem im Süden sichtbaren Grubenbau des stillgelegten Quarzbergwerks "Stanisław" und der direkt am Droga Sudecka stehenden ehemaligen Schutzhütte "Ludwigsbaude", und dem noch bis Ende der Achtzigerjahre betriebenen Sanatorium, hört man an feuchten, nebligen Tagen die Steine knacken und die Bäume ächzen. Das ist die Welt, wie die Hexen sie sahen...
 
Sandra Nejranowska
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